Suche nach dem Geheimnis des Gelingens

Meine Reportage über den Neurobiologen und Hirnforscher Gerald Hüther

Der Neurobiologe Prof Dr. Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Er ist Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen, Verfasser von rund zwanzig Büchern, beliebter Vortragredner und häufiger Gast in Rundfunk und Fernsehsendungen.

Ziel seiner Aktivitäten ist die Schaffung besserer Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potentiale, speziell im Bereich Erziehung und Bildung, sowie auf der Ebene der politischen und wirtschaftlichen Führung. Man könnte auch sagen, er sucht nach dem Geheimnis des Gelingens. Er ist Wissensvermittler und Umsetzer in einer Person.

Gerald Hüther, geboren in Emleben/Gotha, wurde in der DDR groß, machte ein Einser–Abitur und studierte Biologie. Nachdem er seinen Doktor gemacht hatte, flüchtete er über Jugoslawien nach Hannover. Weil ihm, wie er sagte, klar wurde, dass er es nicht schaffte dauerhaft ja und amen zu sagen. In seinen Stasi Akten stand, er sei kein überzeugter Sozialist.

Er fand eine Stelle am Max-Planck-Institut in Göttingen, wo er in Medizin promovierte. Er wurde Professor für Psychiatrie am Institut, ohne Angestellte, was ihm die Freiheit gab, Bücher zu schreiben. Für sein erstes populärwissenschaftliches  Buch über die Angst brauchte er drei Jahre. Manchen Satz hat er zwanzig Mal umgeschrieben, bis er endlich die, für den Laien schwer verständliche Fachsprache abgeschüttelt hatte.

Hüther ist zum zweiten Mal verheiratet und hat einen Sohn aus erster Ehe, von ihm seinen Enkel, sowie zwei erwachsene Töchter aus der zweiten Ehe.

Gerald Hüthers Erkenntnisse in Bezug auf das kindliche Gehirn, Schule und ADHS

Sein Buch „Neues vom Zappelphilipp“, das er zusammen mit Helmut Bonney verfasst hat, erklärt das Phänomen ADS/ADHS anhand neuer Erkenntnisse aus der Hirnforschung. Es zeigt Eltern neue Wege der Therapie auf. In einem anderen mit dem Titel „Jedes Kind ist hochbegabt“,  das er zusammen mit Uli Hauser geschrieben hat, geht es um die Begabungen, welche in Kindern schlummern und verkümmern weil sie von niemand entdeckt und gefördert werden.

Das Gehirn von Kindern entwickelt sich selbst, sagt der Professor. Dafür brauchen sie Erfahrungen und die machen sie zu wenig. Im kindlichen Gehirn sind mehr Vernetzungen ausgebildet, als die, die das Kind tatsächlich anwendet, um mit Entdeckerfreude, Neugier, Offenheit und Begeisterung in die Welt hinaus zu gehen. Warum verschwindet das?

Was machen wir falsch dass die Kinder irgendwann die Lust am Lernen verlieren?

Tatsächlich wird heute etwa jedes 5. Kind als verhaltensgestört eingestuft. Psychiater haben sie überzeugt, sie seien psychisch krank. AD(H)S ist die meistgestellte Diagnose bei Kindern. Sie werden mit Pillen ruhig gestellt. 2011 waren es 1,7 Tonnen Ritalin in Deutschland. Zu lebhafte, unangepasste Schüler werden damit funktionstüchtig gemacht.

Wenn das Medikament das Gehirn reguliert, sagt Hüther, dann kann das Kind das bald gar nicht mehr selbst. Impulse kontrollieren, die Fähigkeit ein bisschen Frust auszuhalten, eine Handlung planen. Das muss sich alles im Gehirn entwickeln. Das kann sich aber nur entwickeln wenn das Kind Gelegenheit dazu hat.

Kinder werden ständig unterrichtet, sie haben wenig Gelegenheit zu zeigen was sie draufhaben. In der Schule sollen sie ruhig sitzen, sie sollen funktionieren. Doch Kinder brauchen Aufgaben an denen sie wachsen. Sich gemeinsam um etwas kümmern, Probleme lösen, und wie an einer Berliner Schule, wo der Professor mitarbeitet, Schulfächer die Verantwortung und Herausforderung heißen.

Familien müssten wieder mehr Wert auf gemeinsame Projekte legen, die Überstimulation durch Medien sollte reduziert werden. Ein Kind das gleichzeitig wachsen und verbunden sein kann, wird sich begeistern können. Begeisterung damit sich im Gehirn noch etwas findet, damit man umdenken kann.Bearbeiten

Wie bei dem 80jährigen Mann, der sich in eine junge Japanerin verliebte und in einem Jahr japanisch lernte.

http://www.gerald-huether.de

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