Freie Meinungsäußerung oder Zensur

Heute kann man schockierende Horrorgeschichten schreiben, abartige Romane veröffentlichen, doch sobald man mit einer unbequemen Wahrheit ans Licht kommt, wird man verfolgt. Das ist eben so! Setzt man sich für etwas ein, so hat man auch Gegner.

Auf meinen Leserbrief zur Gender-Theorie im „Trierischen Volksfreund“ und im „Luxemburger Wort“, erfolgte von vier Mitgliedern des Vorstandes des Luxemburgischen Schriftstellerverbandes-LSV die Aufforderung an mich, von meinem Posten als Sekretärin zurückzutreten. Sehr diskriminierend, nicht wahr?

10313064_1459974090912599_4154167024574503862_n

Diese Menschen und insbesondere zwei von ihnen, radikale Feministinnen, haben mit der Auslösung ihrer Polemik dafür gesorgt, dass der LSV aufgelöst werden muß, weil er für die Mitglieder  nicht mehr glaubhaft ist. Schade, oder nicht? Dabei hatten wir gerade sehr viel dafür gearbeitet, den LSV wieder aufzupäppeln.

Gott sei Dank liegt es nicht in der Macht eines Vorstandes, was öffentlich geschrieben und gesagt werden darf und was nicht, sondern es ist im Grundgesetz verankert. Tut jedoch der Vorstand eines Schriftstellerverbandes dies, verstößt er damit gegen elementare Grundrechte der Demokratie.

Zu allen Zeiten haben gerade Schriftsteller das Schreiben eingesetzt, um, nachdem sie recherchiert hatten, ihre Meinung zu äußern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Sie haben damit so manches Mal mitgeholfen, falsche Entwicklungen in der Gesellschaft gerade zu biegen. Ob in der Musik, im Film, beim Theater, Tanz oder andern Kunstrichtungen, überall nutzen Künstler ihr Spezialgebiet, um ihre Ansicht zum Ausdruck zu bringen. Wahre Künstler haben sich nie gängeln lassen, sie wollten frei sein. Es wäre wünschenswert, dass Kunst wieder vermehrt ihrer ursprünglichen Aufgabe zugeschrieben wird – aufzuklären, zu dokumentieren und wachzurütteln. Noch leben wir in einer Demokratie, oder geht diese Zeit ihrem Ende entgegen? Schon bei den EU-Wahlen haben wir gemerkt, wie schwer es geworden ist, den Wählerwillen durchzusetzen. Immerhin darf noch vieles gesagt werden, das ist beruhigend. Es war John Stuart Mill, der 1859 in seiner Schrift „Über die Freiheit“ in der Meinungsfreiheit die Grundlage für das Wohlbefinden des Staates sah. Wenn eine Gesellschaft etwas vorschreibt, weil es gängige Sitte sei, verbiete sie das Denken, mahnte der britische Philosoph. Sie erlange keine Übung, in der offenen Debatte „das Beste zu erkennen oder zu erstreben“. Ein Volk bleibe stehen, die Luft wird miefig-piefig, so Mill weiter, „wenn es aufhört, Individualität zu besitzen“.

So bestehe auch ich weiterhin darauf, als freier Bürger und Mensch, meine Meinung zu äußern und mich für die Dinge einzusetzen, für die es sich meiner Ansicht nach lohnt. Ich tue das nicht als Mitglied oder im Namen eines Verbandes, sondern als Privatperson und freie Schriftstellerin.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s