Es gibt Kinder und Kinder

 

Der Unterschied zwischen Kindern in vielen Ländern Europas und Kindern in Afrika ist enorm.

Ich bin zur Zeit in Burkina Faso und besuche Kindergärten und Grundschulen und bin in afrikanischen Familien zu Gast. Komme ich in einen Klassensaal, stehen die Kinder auf und grüßen respektvoll. Trotz einer Schülerzahl von etwa 40 Kindern herrscht Ruhe und Disziplin während des Unterrichts. Dies sind Privatschulen, die staatlichen Schulen haben bis zu 120 Schüler pro Klasse. Da wird es schon schwieriger, jedem gerecht zu werden, dass jeder mal drankommt, seine Aufgaben kontrolliert werden, eben darauf zu achten, dass niemand zu kurz kommt und alle etwas lernen.

Der Familienzusammenhalt in Burkina Faso ist beeindruckend und die meisten Kinder ehren ihre Eltern und sind ihnen gehorsam.  Erst gestern habe ich mit einem Mann gesprochen, dessen Frau gestoben ist. Für seine Schwester ist es selbstverständlich, dass die beiden Jungs bei ihr leben können. Erbt jemand, profitiert die ganze Familie davon. Verdient man etwas Geld, bezahlt man die Schulgebühren der weniger bemittelten Neffen und Nichten. Arbeitet man gar in Europa, wird selbstverständlich erwartet, dass man regelmäßig Geld nach Hause schickt. Natürlich gibt es oft viel Leid in den Familien, Zauberei und dämonische Belastungen richten viel Unheil an, die Armut ist groß.

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Bei uns hingegen gibt es immer mehr Kinder, die verhaltensoriginell, das heißt, auffällig, tyrannisch und voller Widerstand sind. Die Lehrer haben ihre Schüler nicht mehr im Griff, den Eltern wird auf der Nase herumgetanzt. Manche Kinder drohen ihren Eltern sogar mit der Polizei, wenn sie Gehorsam von ihnen erwarten.

Was läuft also falsch in unserer Gesellschaft, in der Erziehung, was stimmt nicht mit den Richtlinien, die uns von oben herab aufgedrängt werden? Die EU, unsere Regierungen, die Leute, die an der Macht sind, meinen sie es wirklich gut mit uns und unseren Kindern? Ich habe es bereits mehrmals angesprochen; die Kinder sind von morgens bis abends in Fremdbetreuung, und werden so den eigenen Familien entfremdet. Tagesstätten und Schulen ist die Aufgabe der Erziehung übertragen worden und damit den Kindern die Geborgenheit im Schosse der Familie geraubt worden.

Vielleicht können wir ja noch etwas lernen von Afrika.

„Nichts offenbart die Seele einer Gesellschaft deutlicher als die Art und Weise, wie sie ihre Kinder behandelt.“(Nelson Mandela – Grußworte anlässlich der Eröffnung des Nelson Mandela Children’s Fund in Pretoria (Südafrika), im Mai 1995 ).

Defizite unserer Kinder

Wieso haben heutzutage so viele Kinder Entwicklungsdefizite?

Sind Kinder heute anders als früher?

Kinder gehorchen nicht mehr, sie sind aufsässig, widersprechen ständig und sind frech. Sie respektieren die Erwachsenen nicht und akzeptieren keine Autorität. Bei meiner Arbeit mit Kindern merke ich es täglich.

Handelt es sich hierbei nur um eine Minorität? Leider nicht. Viele Kinder haben keine Frustrationstoleranz mehr, kein Unrechtbewusstsein, sie sehen sich dauernd als Opfer. Vor allem vermitteln sie den Eindruck es müsse sich alles um sie drehen und um das Stillen ihrer Bedürfnisse. Es wird diskutiert, sich gerechtfertigt, argumentiert, bis man seinen Willen wieder einmal durchgesetzt hat. In Gesellschaft sind es diese Kinder welche Gespräche dominieren, die ganze Aufmerksamkeit der Erwachsenen haben und unzufrieden werden, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen. In der Schule können sie nicht mehr stillsitzen und zuhören. Sie sind auffällige Störenfriede, unruhig und sehr anstrengend.

Natürlich muss man zuerst wieder schauen, wie es im Elternhaus der Kinder aussieht

Viele Eltern sind selbst überfordert mit den an sie gestellten Anforderungen des Lebens. Sie sind orientierungslos und gestresst, haben keine Zeit und überlassen den größten Teil der Erziehung ihres Kindes außerfamiliären Strukturen. Vielleicht haben sie ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht genug Zeit für ihre Kinder haben und verwöhnen sie deshalb übermäßig. Sie lassen ihnen ihren respektlosen Ton durchgehen und erfüllen ihnen alle möglichen materiellen Wünsche um diese Mängel zu kompensieren.

Mit dem Einzug von Computer, Smartphone, Onlinespielen und Facebook, hat das Familienleben sich verändert. Nur wenige Eltern wissen, was ihre Kinder online machen.

Haben sie als Eltern Zeit für ihre Kinder, sprechen sie mit ihnen, vermitteln sie ihnen Werte, die ihnen weiterhelfen? Biblische Werte zum Beispiel. Einige werden den Kopf schütteln oder lachen. Trotzdem!

Hier ein biblisches Gebot mit einer Verheißung: „Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebst auf Erden.“

Ich bin überzeugt, vieles aus der Bibel könnte den Kindern und Familien zum Segen sein.

In diesem Sinne, ein gesegnetes neues Jahr.