Leben und Tod in eigener Regie?

Wann ist das Leben nicht mehr lebenswert? Entscheiden wir selbst darüber? Wird uns demnächst vorgeschrieben werden, wie wir zu sterben haben, was human ist oder würdevoll?

Die aktuelle Diskussion rund um die Sterbehilfe und die Debatte im deutschen Bundestag fordern zum Nachdenken über Leben und Tod heraus. Sind wir Herr über Leben und Tod? Haben wir uns das Leben selbst gegeben, dass wir über sein Ende entscheiden wollen? Worauf liegt der Hauptakzent, würdevolles Sterben oder würdevolles Leben?

Tod durch Abtreibung

Tod durch Sterbehilfe

Die Selbsttötung als Behandlungsvariante? „Wir möchten nicht die Profis für den Tod sein“, meint die Bundesärztekammer dazu.

Suizidhilfe durch den Verein. Wer sterben will und viel bezahlt, ist früher tot. 7000 Euro für die besonders schnelle Beihilfe am Selbstmord. Wer nicht so viel Geld hat, muss natürlich dementsprechend länger warten. So geht das bei der StHD, (Sterbehilfe Deutschland)

Ein würdiges Weiterleben unter besten medizinischen und ethischen Voraussetzungen sollte für Kranke und Alte, ja für alle Menschen, also eben auch für Ungeborene  gewährleistet sein.

In den meisten europäischen Ländern, außer in Holland und Belgien ist die Euthanasie oder die Beihilfe zum Suizid verboten. In Luxemburg ist die aktive Sterbehilfe erlaubt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde im März 2009 in der Abgeordnetenkammer mehrheitlich verabschiedet. Damals brachte ich mein Buch „Todesspritze außer Kontrolle“ mit dem Untertitel „Ein Plädoyer für das Leben“ heraus. Eine Novelle,  anregend zum Nachdenken und überdies sehr aktuell.

Zu beziehen über die Homepage http://marie-jeanne-reichling.eu/books/dd52dbad2180f99a850fc96371001a71

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https://mariejeannereichling.wordpress.com/2014/02/14/ein-pladoyer-fur-das-leben/

http://www.cqv.qc.ca/laura_24_ans_sera_euthanasiee_cet_ete

http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/141115_papst_abtreibung_euthanasie.php

Philippe Pozzo di Borgo: https://www.youtube.com/watch?v=8QSh0npbhos&feature=youtu.be

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Ein Plädoyer für das Leben

„Bitte unterschreibe das Euthanasie-Gesetz nicht – Zum Wohle der Kinder dieser Welt“, flehte Jessica Saba in einer Videobotschaft an den belgischen König. Die kleine Kanadierin kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt und schien dem sicheren Tod geweiht. Sie hat Dutzende Operationen hinter sich. Ihr Vater, selbst Mediziner, sagt: „Wäre Jessica in einem Land geboren worden, wo es Sterbehilfe für Minderjährige gibt, wäre sie vermutlich tot.“ Stattdessen ist Jessica heute ein fröhliches Mädchen. Belgien hat mit großer Mehrheit der Parlamentarier und unter Zustimmung der Bevölkerung ein Gesetz beschlossen, das Euthanasie für Kinder zulässt. Leider wird dieses Gesetz den Druck auf leidende Kinder, ihre Eltern und die Ärzte erhöhen, sich für den Tod zu entscheiden. Und der belgische Schritt wird unheilvolle Signalwirkung für Europa und die Welt haben.  Dabei sollte es sein, wie Kardinal König sagte: ein Mensch, schon gar ein Kind, kann an der Hand, aber niemals, niemals durch die Hand eines anderen Menschen sterben.“

Laura, 24 Jahre alt, physisch kerngesund verlangt zu sterben. Ihr wird in diesem Sommer die Euthanasie gestattet. http://www.cqv.qc.ca/laura_24_ans_sera_euthanasiee_cet_ete

In Luxemburg wird die Euthanasie vielleicht bald zu einer „natürlichen Todesursache“ erklärt werden. Der Abgeordnete Fernand Kartheiser von der ADR (L) äusserte seine Bedenken über Facebook nach der Vorstellung des Euthanasie-Berichtes von der Gesundheitskommission Anfang Mai. So scheint die ADR die einzige Partei im Land zu sein, die noch für den Schutz des Lebens einsteht. Verschiedene Mitglieder der CSV, berichtete er, plädierten genau so leidenschaftlich für die Euthanasie wie die Linksparteien. Das „C“ im Namen nur noch ein reiner Etikettenschwindel! Leider gebe es eine Kontrollkommission, welche die Euthanasie nicht kontrolliere, sondern promoviere. Sie fange sogar an, sich gegen die Gewissensfreiheit der Apotheker auszusprechen und kritisiere Ärzte, die gegen die Euthanasie sind. Er habe den Eindruck, so Kartheiser, kritische Menschen mit moralischen Überzeugungen seien nicht erwünscht und die ganze Argumentation diene bloss dazu, den Hausarzt durch einen  pro-Euthanasie-Mechanismus zu ersetzen. Man wolle, dass die Euthanasie zu einer „natürlichen Todesursache“ erklärt wird. Was ist natürlich daran, wenn ein kranker Mensch von einem andern Menschen – ganz legal – umgebracht wird? In der Diskussion in der Abgeordnetenkammer, sei es auch darum gegangen, dass Minderjährige und geistig kranke Menschen (Alzheimer) die Euthanasie bekommen sollten. Belgien werde ja oft als Modell zitiert, wenn es um Euthanasie gehe. Ausgerechnet Belgien, das vor kurzem fast einen Gefangenen euthanasiert hätte. Es sieht so aus, als wäre die ADR wirklich die einzige Partei, die ein Gefühl dafür hat, wie gefährlich Euthanasie ist. Man kann sich der Frage von Fernand Kartheiser nur anschließen: „Auf welchen Weg soll das führen und wo steuert unsere Gesellschaft hin?“ „Todesspritze außer Kontrolle – Ein Plädoyer für das Leben“ http://www.marie-jeanne-reichling.eu 

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Mein Buch „Todesspritze außer Kontrolle“  behandelt das Thema Sterbehilfe. Zu der Zeit als ich dieses Buch schrieb, wurde gerade das Euthanasie-Gesetz in Luxemburg gestimmt. Es gab viele  dramatische Diskussionen zu diesem Thema im Lande, sowohl auf politischer Ebene, wo während der Abstimmung bei  einigen Abgeordneten sogar die Tränen flossen, wie auch in der übrigen Bevölkerung. Das war auch gut so. Es war gut, dass viele sich dagegen geäußert, auf die Missbrauchgefahr hingewiesen und davor gewarnt hatten. Denn das Gesetz ist in Kraft getreten und es wurde zuerst auch sehr streng kontrolliert. Bei meinen Recherchen zu diesem hochaktuellen Thema bin ich auf das Werk „In Würde sterben“ von Doktor Fuat S. Oduncu gestoßen. Sein Konzept eines dritten Weges zwischen Euthanasie und Übertherapie, hat mich so sehr beeindruckt dass ich meinem Helden den Namen Rahim, in aramäisch „RAHME“ gegeben habe. „RAHME“ (Barmherzigkeit, Anteilnahme, Liebe, Gnade, Empathie). Einige persönliche Erlebnisse, welche ich mit Sterbenden hatte, unter anderen mit meiner Schwester die an einer unheilbaren Knochenkrankheit gestorben ist, habe ich in meine Geschichte mit einfließen lassen. Nur ein paar Jahre später nehmen die Bestrebungen, das Gesetz zu lockern und die Tötungen zu erleichtern zu. Die EU und Gambia haben die Abtreibung ungeborener Kinder bereits zu einem Menschenrecht gemacht. Was sollte sie noch davor zurückhalten, die Gesetze anzupassen, damit es leichter wird, sich der kranken, alten und behinderten Menschen zu entledigen?